Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Sommer-Urlaub
Hallo, Schwesterherz,
habt Ihr diesen Sommer schon was vor? Noch nichts geplant? Dann reserviert Euch doch schon mal drei Wochen für uns! Wir waren gestern mit einem Kollegen von Martin und dessen Frau essen, und der hat uns auf eine Idee gebracht. Die beiden haben ein Ferienhaus in Irland (irgendwo im Südwesten; Dingle heißt das, glaub ich),und da sie selber in diesem Jahr nicht rüber kommen, haben sie uns angeboten, dort Urlaub zu machen – völlig umsonst!! Das Haus hat locker Platz für 4 Erwachsene und 3 Kinder, sogar für Euren Hund. Wie wär ’s? Wart Ihr nicht vor Jahren schon mal in Irland? Ich kann mich erinnern, dass Du ziemlich geschwärmt hast …
Deine Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Super-Idee
Hallo, große Schwester,
Wahnsinn – da komm ich wirklich noch mal nach Irland! Ist ja tatsächlich lange her (Felix war noch nicht mal in Planung), aber wir wollten damals auf jeden Fall noch mal hin, und so klappt ’s dann also diesen Sommer! Wir kommen sehr gerne mit. Habt Ihr schon überlegt, wie Ihr hinkommt?
Liebe Grüße, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Anreise
Na, ich denk mal, außer Fliegen kommt da doch nichts in Frage, oder? Irland ist schließlich nicht um die Ecke ….
Gruß,Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Anreise
Nee ,um die Ecke nicht direkt, aber soooo weit weg nun auch wieder nicht. Ihr macht Euch doch sonst auch nicht bange vorm Autofahren! Wie oft wart Ihr schon mit Kind und Kegel hier bei uns in Starnberg, und das sind von Berlin schließlich auch über 600 km! Da seid Ihr fast genauso schnell in irgendeinem Fährhafen an der Kanal- oder Nordsee-Küste. Denkt mal drüber nach!
Liebe Grüße, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff:Fliegen!
Na ja, stimmt schon – aber Fliegen geht doch viel schneller, und außerdem ist es mittlerweile auch spottbillig. Dafür kann
man nicht den ganzen Sprit verfahren!
Gruß,Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Wirklich Fliegen?
Meine liebe, manchmal etwas kurzsichtige große Schwester, Du glaubst auch alles, was die Werbung
Dir erzählt, oder? Von wegen, Fliegen ist spottbillig! Ich hab mal für Euch im Internet gesurft. Weißt Du, dass zu unseren Urlaubsdaten der Flug ab Berlin nach Cork für Euch Vier schon 1089,80 Euro kostet? Sind schließlich Sommerferien – die billigen Plätze sind schon lange weg! Und damit seid Ihr erst in Cork – bis Dingle ist das noch ein ganzes Ende, und ohne eigenes oder geliehenes Auto seid Ihr sowieso aufgeschmissen. Für 7 Leute plus Hund ist nämlich selbst unsere Familienkutsche zu klein. Wenn Ihr also einen Mietwagen nehmt, der Platz hat für Euch alle Gepäck (sagen wir mal, einen Vectra oder so), dann kommen da noch mal locker 900 Euro dazu.
Wo ist das denn billig?
Liebe Grüße, Tanja
Von Elke:
An: Tanja
Betreff: Fliegen!?
Ja, ja, ja – Du hast ja Recht – so hab ich das noch nicht gesehen. Aber was ist mit dem Zeitfaktor? Man fliegt doch irgendwie nur 2 oder 3 Stunden ….
Gruß, Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Zeitfaktor
Also: der Flug geht um 11:25 ab Schönefeld. Wegen Sicherheitsgedöns usw. müsst Ihr mindestens 2 Stunden vorher am Flughafen sein: 9:25.Und von Spandau nach Schönefeld seid Ihr auch ein Weilchen unterwegs, sagen wir mal, eine Stunde: 8:25. Rechne Dir aus, wann Ihr dann aufstehen müsst! Landen tut Ihr um 13:00 in Cork. Bis Ihr Euer Gepäck habt, ist es 13:30. Dann den Mietwagen übernehmen:14:30, wenn die Schlange am Schalter nicht allzu lang ist. Fahrt nach Dingle mit Weg suchen und eventuell unterwegs schon mal einkaufen: 3 Stunden. Ankunft also ca. 17:30 – insgesamt 9 Stunden unterwegs! Das ist zwar immer noch schneller als mit der Fähre, aber deutlich mehr als die so oft beworbenen 2 bis 3 Stunden, oder? Außerdem: hast Du schon mal drüber nachgedacht, dass Ihr im Flieger ja pro Nase nur 20 kg Freigepäck habt? Wie kriegt Ihr dann Deine ganzen Krimis unter, die Du wahrscheinlich wieder mitschleppst, die Spiele für die Kinder, die Wanderschuhe, Martins Angelzeug und den köstlichen Bordeaux, den es letztens bei Euch gab (bei den irischen Weinpreisen wird Dir schlecht…)?
Liebe Grüße, Tanja
Von :Elke
An: Tanja
Betreff: (Fast)überzeugt
Meine kleine Schwester denkt wirklich an alles! Ich geh also mal davon aus, dass Ihr auch nicht fliegen wollt?
Gruß,Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Bloß nicht noch mal!
Stimmt – wenn ich daran denke, wie Felix damals bei unserem ersten (und letzten)Flug nach Gomera den Flieger zusammengebrüllt hat, weil ihm die Ohren wehtaten und er nicht durch den Gang rennen durfte (von dem Malheur mit der Tüte ganz zu schweigen), treibt es mir heute noch die Schamesröte ins Gesicht … Dafür ist er bei unseren Wochenendtouren nur mit äußerst unpädagogischen Drohungen von den Ausflugsschiffen hier auf dem Starnberger See runterzukriegen. Außer Fähre
kommt für ihn (und damit für uns)gar nichts anderes in Frage. Außerdem überlegen wir ja, ob wir Kessie nicht mitnehmen sollen, und mit dem Hund ist Fliegen einfach viel zu kompliziert.
Liebe Grüße, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Also Fähre
O.K. – Du hast mich überzeugt. Aber hast Du schon mal recherchiert, wie viele Fährverbindungen es da gibt? Da blickt doch kein Mensch durch, welche Strecke jetzt welche Vor-und Nachteile hat – von den Preisen mal ganz zu schweigen. Das ist ja der reinste Dschungel! Hast Du schon eine Idee, wie Ihr fahren wollt?
Deine ratlose Schwester
Lieber Felix,
Mama sagt, wir fahren zusammen nach Irland in Urlaub. Das find ich ganz toll.
Papa sagt, wir fahren mit dem Schiff. Das find ich nicht so toll. Alle aus meiner Klasse fliegen in Urlaub. Bist du schon mal mit dem Schiff gefahren? Musst du echt immer brechen im Flugzeug? Kommt Kessie auch mit? Schreib mir bitte bald zurück!
Deine Jule
Liebe Jule,
Ich bin schon ganz oft mit dem Schiff gefahren hier auf dem See. Das ist echt Klasse, aber meistens ist man viel zu schnell auf der anderen Seite. Papa hat gesagt, wenn wir nach Irland fahren, müssen wir über das Meer, und das dauert dann fiel länger. Da freu ich mich drauf! Die Kessie möchte ich gerne mitnehmen, aber Mama meint, der Hund so lange im Auto – das wird ihr zu anstrengend (der Kessie, nicht der Mama). Ich versuch noch, sie zu überreden (die Mama, nicht die Kessie).
Dein Felix
P.S. Ich hab nur einmal gebrochen, und dass Mama die Tüte nicht schnell genug aufgekriegt hat und der Mann auf dem Sitz vor mir dann sauer war, da kann ich nichts für!
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Verwirrt
Hallo Schwesterchen,
Martin kam gestern mit Unmengen Katalogen nach Hause, aber besonders hilfreich war das nicht. Die ganzen Veranstalter haben ja immer nur ein oder zwei Fähren im Angebot (wenn überhaupt – viele bieten überhaupt nur Flugpauschalreisen an!).Und die Broschüren der Fährgesellschaften bringen uns auch nicht weiter, weil Du da ja meist nur eine Strecke hast. Was man jetzt sinnvollerweise wie kombiniert, geht da gleich schon mal gar nicht draus hervor. Wie kommen wir denn jetzt weiter?
Deine immer noch ratlose große Schwester
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Fährendschungel
Klaus hat einen Bekannten im Volleyballverein, der war schon relativ oft in Irland. Der hat uns den Tipp mit dem Reisebüro in Moers gegeben: Die machen seit Jahren fast ausschließlich Irland und sind also Fachleute. Da gibt’s kostenlos ein Reisehandbuch mit wirklich allen Anreisemöglichkeiten; hab ich natürlich sofort bestellt und auch eins an Eure Anschrift schicken lassen. Morgen habt Ihr’s in der Post – wir hören dann wieder von einander, o.k.?
Liebe Grüße, Tanja
Lassen wir an dieser Stelle den beiden Schwestern und ihren Familien mal ein paar Tage Zeit, das Reisehandbuch Irland von Gaeltacht Irland Reisen zu lesen und vor allem auch die Menge an Informationen zu verdauen, die es dem Irlandinteressierten bietet. Natürlich können wir die hier nicht in aller Ausführlichkeit wiedergeben, aber grundsätzlich müssen Elke und Tanja sich für eine der folgenden vier Möglichkeiten entscheiden. Vielleicht werfen Sie einfach einen Blick auf eine Karte, um das Ganze mal bildlich vor sich zu sehen:
Direkt vom Kontinent nach Irland:
Das ist was für alle, die gerne Fähre fahren, denn man ist wirklich fast einen ganzen Tag auf dem Wasser! Ausgangspunkt ist in jedem Fall Frankreich. Es geht entweder ab der Normandie in den Südosten Irlands oder ab der Bretagne in den Südosten oder den Süden der Insel. Da spart man sich im Gegensatz zu den drei anderen Varianten den Weg über England. Die Fähren fahren allerdings leider nicht täglich, man muss sich also schon genau nach dem Fahrplan richten.
Kurze Strecken über den Kanal und die Irische See:
Für alle, die nicht ganz seefest sind! Auch hier geht es ab Frankreich, aber diesmal nach England. Am beliebtesten sind hier die wirklich ganz kurzen Strecken über den Ärmelkanal nach Dover (in ca. 1 ½ Stunden). Weiter geht’s quer durch England und dann weiter über die Irische See, also im Norden von Schottland nach Nordirland, in der Mitte von Nordwales nach Dublin und im Süden von Südwales nach Südost-Irland. Diese Überfahrten dauern je nach Strecke zwischen zwei und vier Stunden. Da es auf beiden Strecken relativ viele Abfahrten gibt, kann man seine Anreise hier recht flexibel planen.
Variante 3 und 4 sind eine Mischung aus den beiden oberen:
Kurze Strecke auf dem Kanal, lange Nachtfähre auf der Irischen See Dabei kombiniert man die kurze Kanalfähre ab Frankreich mit einer komfortablen Nachtfähre nach Irland, und zwar von der Mitte Englands nach Dublin oder Nordirland. Wenn man abends die Fähre nach Irland erwischen möchte, muss man mittags über den Kanal – und dementsprechend früh zuhause los!
Lange Nachtfähre auf der Nordsee, kurze Strecke nach Irland:
Hier beginnt die Anreise abends in Holland. Von dort geht es über Nacht nach Schottland oder England und weiter mit den kurzen Verbindungen in den Norden, die Mitte oder den Südosten Irlands. Dort kommt man dann allerdings meist erst spät nachmittags an; wer noch weiter will, erreicht sein Ziel erst in der Nacht!
(Rein theoretisch gibt es auch noch eine fünfte Möglichkeit: Nachtfähren auf beiden Strecken. Da das aber erstens recht teuer und zweitens auch zeitaufwendig ist, lassen wir diese Variante hier mal außen vor.)
Mittlerweile rauchen bei unseren beiden Familien in Berlin und Starnberg die Köpfe, Anreisemöglichkeiten werden durchdiskutiert und verworfen und neu diskutiert, Kataloge werden gewälzt, das Internet bemüht, Telefone laufen heiß, Freunde, Verwandte und Bekannte werden befragt. Schließlich will man sicher sein, das man wirklich alles bedacht hat.
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Fährendschungel
Na – seid Ihr jetzt schlauer?
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Fährendschungel
So ein bisschen schon, und Ihr?
Gruß, Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Mini-Kreuzfahrt
Wir überlegen noch ein wenig hin und her, aber es wird wahrscheinlich auf die Direktfähre von Frankreich hinauslaufen. Bei der langen Anreise zur Küste können wir uns so den Weg durch England schenken und kommen erholt in Irland an, weil wir fast einen ganzen Tag an Bord relaxen können. Felix wird begeistert sein von dem großen Schiff – die haben da mehrere Restaurants, Bars und sogar ein Kino! Und ich freu mich schon drauf, mir an Deck den Seewind um die Nase wehen zu lassen….
Viele Grüße, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Flimmerkisten-Schaden
Wohl zu viel Traumschiff gesehen, oder was? Fehlt nur noch das Captain’s Dinner
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Traumschiff
Na klar, und Sascha Hehn serviert mir die Drinks! Nee, mal im Ernst, für uns scheint das die perfekte Alternative zu sein. Klaus’ Volleyball-Kumpel ist schon häufiger diese Strecke gefahren, und er sagt, so ein bisschen ist das wirklich wie eine Mini-Kreuzfahrt. Und da wir ja alle drei erwiesenermaßen seefest sind, wird uns das bestimmt gefallen. Der einzige Nachteil ist, dass wir Kessie zu Hause lassen müssen. Die dürfte nämlich nicht mit an Deck oder in die Kabine, und im Auto oder im Zwinger wollen wir sie nicht so lange lassen. Ist aber schon geklärt. Schwiegermutter nimmt den Hund.
Viele Grüße, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Weltreise
Meine liebe, fast alles bedenkende kleine Schwester,
Du hast aber schon im Fahrplan gesehen, dass Eure Fähre bei der Hinfahrt ab Roscoff in der Bretagne fährt? Das sind von Euch aus fast 1400 km!!!!!!
Gruß, Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Bildungsreise
Das hat uns am Anfang auch ein bisschen erschreckt, aber mein lieber frankophiler Gatte ist auf die Idee gekommen, einfach zwei Tage eher loszufahren und ein paar Loire-Schlösser „mitzunehmen“. (Das hab ich davon, dass ich unbedingt einen Lehrer heiraten musste…) Auf der Rückfahrt fahren wir aber nach Cherbourg in der Normandie, das ist nicht mehr ganz so weit, und nach Hause geht’s sowieso immer irgendwie schneller. Schließlich können wir uns ja beim Fahren abwechseln.
Liebe Grüße, Tanja
Liebe Jule
Mama sagt, wir machen jetzt eine richtige Kreuzfahrt nach Irland, fast wie im Fernsehen. Das ist die Sendung, wo immer dieser geschniegelte Lackaffe mitspielt (sagt Papa jedenfalls). Doof ist, dass die Kessie jetzt doch nicht mitfahren darf, die bleibt bei der Oma. Erst wollte ich dann ja auch bei der Oma leiben, aber Papas Kumpel Ralf hat gesagt, dass das Schiff ganz toll ist und dass manchmal kurz vor Irland ganz viele Delfine neben dem Schiff her schwimmen und drunter durchtauchen und aus dem Wasser springen, und jetzt komm ich doch mit. Macht Ihr auch eine Kreuzfahrt?
Dein Felix
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Kreuzfahrt – nein Danke!
Na ich weiß nicht – Traumschiff ist nichts für mich; nach einem ganzen Tag auf dem Wasser kannst Du mich dann wahrscheinlich in die Schwarzwaldklinik einliefern…. Ich bin eher für die kurzen Überfahrten (sind ja in der Regel auch preislich attraktiv). Außer im Tretboot auf dem Wannsee waren unsere Kinder noch nicht auf einem richtigen Schiff, und da fangen wir lieber vorsichtig an. Lange Autofahrten machen denen zum Glück nichts aus; wenn Niklas seinen Karl May dabei hat, nimmt der die Welt um sich rum eh nicht mehr wahr, und Jule ist auch problemlos zu beschäftigen. Nur für Martin und mich wird’s bis zur Kanalküste und dann weiter durch England wahrscheinlich arg anstrengend. Da muss ich noch mal drüber nachdenken; vielleicht machen wir einen Zwischenstopp in England oder Wales. Soll ja auch sehr schön sein.
Gruß, Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Zwischenstopp
Sag mal, wohnen Martins Eltern nicht irgendwo an der holländischen Grenze? Wenn Ihr bei denen übernachtet und von dort aus weiterfahrt, spart Ihr Euch doch das B&B in England und habt nur noch 4 Stunden Fahrzeit bis zur Kanalküste!
Gruß, Tanja
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Zwischenstopp
Hatten wir auch schon überlegt – aber wenn wir Samstag abends bzw. nachts in Dingle ankommen wollen, müssen wir nachmittags von England nach Irland übersetzen, also früh morgens von Frankreich nach England und damit so um 3 Uhr ab Kerken losfahren. Martins Mutter wird sich bedanken, wenn sie uns um 2 Uhr Frühstück machen soll! Natürlich könnten wir auch zu christlicherer Mittagstunde in Kerken losfahren, nachmittags nach England und nachts von Wales übersetzen, um dann Sonntag morgens in Irland und mittags in Dingle anzukommen – das muss ich erst noch mit Martin durchsprechen…. Hach, ist das alles schwierig!
Gruß, Elke (der mittlerweile der Kopf raucht)
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Rauchschwaden
Na hör mal, so schwierig ist das doch auch nicht! Wir kommen doch auch erst sonntagabends an – da passt es doch prima, wenn Ihr ein bisschen vor uns da seid und Euch schon mal eingerichtet habt. Vielleicht wart Ihr dann ja schon einkaufen, und das Abendessen steht auf dem Tisch, wenn wir eintrudeln? (ja, ja, ich weiß – typisch kleine Schwester!)
Viele Grüße, Tanja
Für alle, die jetzt etwas den Faden verloren haben, listen wir hier mal ein paar Beispielverbindungen auf, damit der Zeitplan ein wenig klarer wird. Die erste Variante, die Elke sich überlegt hat, sieht also folgendermaßen aus:
03:00 ab Kerken, ca. 06:30 an Calais
07:00 ab Calais, 07:30 an Dover (Achtung: das ist Ortszeit Dover – vergessen Sie nicht die 1 Stunde Zeitverschiebung zwischen dem Kontinent und den Britischen Inseln!)
14:30 ab Pembroke oder Fishguard, ca. 18:30 an Rosslare (und noch ein Achtung, aber ein mindestens dreifaches: hier bleiben maximal 6 ½ Stunden Fahrzeit durch England, da ja die Eincheckzeiten in Pembroke oder Fishguard noch eingehalten werden müssen. Martin muss also schon gewaltig auf die Tube drücken, wenn er das schaffen will! Unter Einhaltung der britischen Geschwindigkeitsbegrenzungen, im Berufsverkehr um London und vor allem mit 2 Kindern, die nicht stundenlang stillsitzen können und sollen, ist das eigentlich nicht zu schaffen. Also dann vielleicht doch lieber noch früher aufstehen und um 05:30 ab Calais fahren, um auf der sicheren Seite zu sein… Das mit dem Frühstück kann Elke dann ja noch mal mit ihrer Schwiegermutter diskutieren.)
18:30 also Ankunft in Rosslare; bis alle Fahrzeuge von der Fähre runter sind, ist es wahrscheinlich nach 19:00. Wenn sie sich jetzt nicht noch verfährt, ist unsere Berliner Familie mit etwas Glück um kurz nach Mitternacht in Dingle, wahrscheinlich aber eher gegen 01:00.
Elkes zweite angedachte Variante funktioniert so:
13:00 ab Kerken, ca, 16:30 an Calais
17:00 ab Calais, 17:30 an Dover (da bleiben über 8 Stunden Fahrzeit durch England – das reicht auf alle Fälle! Natürlich könnte unsere Familie noch früher in Kerken und Calais losfahren und in England oder Wales eine längere Pause machen – um eine der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand zu besichtigen wie Leeds Castle oder Schloß Windsor oder auch den Rhonda Valley Heritage Park in Wales z.B.)
02:45 ab Pembroke oder Fishguard, ca. 06:45 an Rosslare. Wer eine Kabine bucht, bekommt so auch noch ein paar Stunden Schlaf.
Gegen 13:00 kommen unsere Berliner in Dingle an. Damit reicht die Zeit locker, den Wagen auszuladen, das Haus wohnlich zu machen, im Dorf ein paar Einkäufe zu tätigen und für sich selbst und die Starnberger ein nettes Abendessen vorzubereiten. Die sind mit ihrer Direktfähre nämlich um 11:00 ebenfalls in Rosslare eingetroffen und werden so gegen 17:00 oder 18:00 erwartet.
Es gibt natürlich auch noch andere Zeitmodelle mit oder ohne Zwischenübernachtung, aber erfahrungsgemäß sind diese beiden Varianten die am häufigsten gewählten auf dieser Strecke. In beiden Fällen ist man in +/- 24 Stunden am Ziel, aber leider wahrscheinlich auch ziemlich groggy – zumindest die Fahrer. Es gibt Leute, denen macht das nichts aus, für andere ist der Urlaub damit schon fast gelaufen.
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Restaurant „Chez Elke“
Nicht dass ich was dagegen hätte, für Euch zu kochen – aber irgendwie gefällt mir die ganze Planung nicht. Ich glaube, wenn wir diesen Ritt hinter uns haben, werden wir todmüde ins Bett fallen und erst am nächsten Tag wieder unter den Lebenden weilen. Ich würde meinen Urlaub gerne etwas entspannter angehen. Da muss es doch noch andere Möglichkeiten geben, die nicht so anstrengend sind – auch wenn es dann etwas teurer wird!
Deine ratlose große Schwester
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Alternative
Sag mal, hast Du in dem Reisehandbuch diese „Beatles-Strecken“ gesehen? Das sieht mir doch sehr interessant aus! Ihr fahrt morgens ab Kerken, mittags über den Kanal und abends ab Liverpool. Dann seid ihr nur nachts längere Zeit auf dem Wasser, wenn die Kinder schlafen, und am nächsten Morgen kommt Ihr in Dublin an und nachmittags seid Ihr in Dingle. Dann klappt es doch noch mit unserem Abendessen….
Viele Grüße, Tanja
Und so sieht die von Tanja vorgeschlagene Verbindung konkret aus:
08:00 ab Kerken, (das freut die Schwiegermutter!) 11:00 an Dünkirchen
12:00 ab Dünkirchen, 12:45 (Ortszeit, siehe weiter oben!) an Dover. Da bleibt reichlich Zeit, ganz gemütlich durch England zu fahren, schließlich muss man erst abends in Liverpool bzw. Birkenhead (so heißt der Abfahrtshafen) sein.
22:00 ab Birkenhead, 05:15 an Dublin.
Von: Elke
An: Tanja
Betreff: Umweg
Hört sich gut an – aber ist Dublin nicht total aus der Richtung? Dingle ist doch im Südwesten; da fahren wir ja einen Riesen-Umweg! Und teuer ist der Spaß auch noch!
Gruß, Elke
Von: Tanja
An: Elke
Betreff: Alles relativ!
Klar ist Dublin weiter nördlich als Dingle, aber die Strecke von Dublin in den Südwesten soll viel besser ausgebaut sein als die von Rosslare – fast durchgängig vierspurig, sagt Ralf (Klaus’ Volleyball-Kumpel), und die Fahrzeit ist fast dieselbe. Und wenn Du das „Kleingedruckte“ beim Preis liest, ist das Ganze auch nicht mehr teuer. Da sind nämlich die Kabinen, das Frühstück und das Abendessen schon mit drin! Bei den anderen Fähren müsstet Ihr das alles extra bezahlen. Geh doch mal mit 4 Leuten in England essen, womöglich noch in einer Autobahnraststätte – das tut weh, sag ich Dir!
Viele Grüße, Tanja
Lieber Felix,
Mama sagt, eine Kreuzfahrt machen wir zwar nicht, aber dafür fahren wir sogar zweimal mit dem Schiff, bis wir in Irland sind, und Ihr nur einmal, und vorher schlafen wir noch bei meiner Oma in Kerken! Und wenn ich Papa richtig verstanden habe, besuchen wir unterwegs noch vier Freunde von ihm in einer Stadt, die heißt Liverpool. Die haben da ein Museum; ich hab die Namen von denen vergessen, aber es hat irgendwie was mit Pilzen zu tun oder so. Ich glaub, wir sind eher im Haus als Ihr; da such ich für uns schon mal das schönste Zimmer aus, ja? Ich freu mich schon ganz doll auf Irland!
Deine Jule
Und so entlassen wir also unsere beiden Familien in das Abenteuer Fähre. Ob Felix seine Delfine gesehen hat, wie Jule und Niklas die erste Nacht in der Kabine verbracht haben, warum Martin das Fahren auf englischen Autobahnen so entspannend fand und was es auf dem Weg von Rosslare und Dublin nach Dingle so alles zu sehen und bestaunen gab, das wird beim ersten gemeinsamen Abendessen im Ferienhaus für Gesprächsstoff bis tief in die Nacht sorgen. An dieser Stelle sei nur vorweggenommen, dass es für alle nicht der letzte Irland-Urlaub war – und auch garantiert nicht die letzte Fährfahrt: man könnte ja auch mal zusammen nach Schottland oder Schweden oder …

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