Reisetermin:
Di., 17.07., bis Sa., 28.07.2012 (12 Tage)
Kurzcharakterisierung/Besonderes:
Die Verbindungen zwischen Irland und Großbritannien sind naturgemäß sehr alt. Besonders intensiv war immer der politische, kulturelle und religiöse Austausch zwischen (Nord-)Irland und seinem „Celtic Cousin“ Schottland. Beide Länder wurden früh von keltischen Stämmen besiedelt und ihre Traditionen wirken bis heute in vielerlei Weise nach (Sprache, Musik, Liedgut, Whisk(e)y, u.a.). Politisch griffen die nordirischen Skoten („Schotten“) nach Abzug der Römer im 5. Jh. auf Schottland über und gründeten das beiderseitig des Meeres liegende Königreich Dalriada, von dem später der Zusammenschluss ganz Schottlands ausging. Der Heilige Columba der Ältere (irisch Columcille genannt), selber ein O`Neill-Prinz und dynastisch mit den Dalriada-Königen verbunden, gründete 563 auf der Hebriden-Insel Iona sein berühmtes Kloster, in dem im 8. Jh. das „Book of Kells“ entstand. Von Iona aus wurde ganze Schottland und dann Nordengland christianisiert. Columba war ein später Nachfahre jener irischen Klostergründer, die ein Jahrhundert zuvor bei schottischen und walisischen, sprich britannischen Heiligen (Ninian, David) als Schüler zu Gast waren. Columba war auch dafür bekannt geworden, dass er sich für die Bardentradition einsetzte, die noch bis ins 18./19. Jh. in Irland und Schottland ihre letzten Vertreter fand (z.B. die gälischen Sänger Turlough O`Carolan oder Art MacCumhaigh, aber auch noch romantische Dichter wie Thomas Moore in Irland oder Robert Burns in Schottland). Auch einer der drei vermuteten Geburts- bzw. Wohnorte des Hl. Patrick, von wo aus er von irischen Piraten gekidnappt und später nach seiner Rückkehr wieder zur Missionierung nach (Nord-)Irland aufbrach, liegt an der Westküste Schottlands (Kilpatrick auf Arran). Die Besiedelung Nordirlands mit schottischen “Dissenters“ (der von John Knox begründeten calvinistischpresbyterianischen Religionsgemeinschaft zugehörig) vor allem unter Jakob I. im 17. Jh. ist oft als einer der
Ursachen der „Troubles“ im 20. Jh. genannt worden. Vergessen werden sollte auch nicht die massenhafte Einwanderung von Iren nach Schottland und England als billige Arbeitskräfte seit der Hungersnot im 19. Jh., die dem Jahrhunderte alten Austausch der Menschen beider Inseln eine weitere Episode hinzufügte. Ausgehend von Nordirland wollen wir wie einstmals Columba nach Schottland übersetzen und den erwähnten historischen und aktuellen Bezügen beider Länder nachspüren, aber in bekannt guter Mischung von Geschichte und Gegenwart auch die Begegnung mit Menschen und das Erleben grandioser Natur nicht vernachlässigen.
Leistungen: